Am Mittwoch treffen zwei Erzfeinde im Halbfinale der Weltmeisterschaft aufeinander. England und Argentinien haben eine Geschichte voller Kriege, Kontroversen und unvergesslicher Momente – nun treffen sie sich wieder in Atlanta.

Beide Lager haben versucht, die historische Bedeutung dieses Halbfinales herunterzuspielen. Aber es besteht kein Zweifel: Dieses Match hat einen zusätzlichen Schmerz.

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Es wird nicht schön!

Die beiden Nationen befanden sich 1982 um die Falklandinseln im Krieg, und argentinische Unterstützer beziehen sich ständig auf das umstrittene Gebiet im Südatlantik. Sogar argentinische Spieler waren nach dem Sieg über die Schweiz am Samstag über die Falklandinseln zu hören.

Die sportliche Rivalität ist nicht weniger umstritten.


1966, 1986, 1998 – drei Spiele, die einen Hass definierten

1966 weigerte sich Argentiniens Kapitän Antonio Rattin, das Spielfeld zu verlassen, nachdem er innerhalb von drei Minuten zwei gelbe Karten erhalten hatte. Das Spiel wurde für acht Minuten unterbrochen. Anschließend bezeichnete Englands Nationaltrainer Alf Ramsey die Argentinier als “Tiere”.

1986 sorgte Diego Maradonas “Hand Gottes” dafür, dass Argentinien weiterkam. Maradona schlug den Ball mit der Hand ins Netz – und legte ein großartiges zweites Tor aus dem Mittelfeld nach. Es bleibt einer der umstrittensten Momente in der Geschichte der Weltmeisterschaft.

1998 stand es 2:2, als David Beckham gegen Diego Simeone einen Flick aus dem Spiel verwandelte. Der Argentinier fiel, Beckham erhielt die Rote Karte – und Argentinien gewann im Elfmeterschießen. Simeone gab später zu, dass “der Schiedsrichter in die Falle getappt ist”.

Der politische und sportliche Hintergrund erklärt die zusätzliche Aufregung. Die Polizei in Atlanta ist in höchster Alarmbereitschaft, und Tausende Unterstützer aus beiden Ländern werden in den nächsten 48 Stunden in die Stadt strömen.


“Es ist nur ein Footballspiel”

Argentiniens Trainer Lionel Scaloni versuchte, die Bedeutung herunterzuspielen:

“Das ist ein Fußballspiel. Wir stehen einem sehr starken Gegner gegenüber, sie haben einen ausgezeichneten Trainer – es ist ein Footballspiel, und das war’s.

Englands Torwart Jordan Pickford wiederholte die Botschaft:

“Ich denke, es geht einfach darum, uns auf uns selbst zu konzentrieren, auf unser Bestes, um eine andere Top-Nation zu schlagen. Wir kämpfen gegen sie, um einen Platz im Finale zu bekommen – und es ist ein Fußballspiel. 90 Minuten, 120 oder Strafen. Wir sind auf alles vorbereitet.


Glück und Kontroversen – beide Teams hatten ihren Anteil

Beide Teams hatten auf dem Weg hierher Glück. England kann dem Schiedsrichter danken, dass Norwegen ein Tor wegen eines Schubses von Erling Haaland annulliert wurde. Argentinien hatte mehr als eine Entscheidung zu seinen Gunsten:

  • Lionel Messi entging einer roten Karte, weil er im Eröffnungsspiel den algerischen Kapitän in die Quere gedrängt hatte. Stattdessen erzielte er einen Hattrick.
  • Ägypten wurde ein Tor annulliert, und Mohamed Salah verlor kurz vor dem Siegtreffer von Enzo Fernández einen Elfmeter aberkannt.
  • Der Schweizer Breel Embolo wurde im Viertelfinale wegen Simulation vom Platz gestellt – Argentinien gewann nach Verlängerung mit 3:1.

Team-Neuigkeiten – Rice unsicher, Saka drin

Englands größte Sorge ist Declan Rice. Er wurde während der Pause gegen Norwegen nach drei Tagen Krankheit im Bett ausgewechselt.

Es ist auch ungewiss, wer als Rechtsverteidiger starten wird. Reece James hat trainiert, aber es ist riskant, ihn in ein Spiel dieses Kalibers zu schicken. Ezri Konsa ist der Favorit für den Start, John Stones und Marc Guéhi stehen in der Innenverteidigung. Jarell Quansah wurde suspendiert.

Es wird erwartet, dass Bukayo Saka Noni Madueke auf dem rechten Flügel ersetzt.

Argentinien testete am Montag im Training eine Fünfer-Hintermann-Reihe. Wenn Scaloni sich dafür entscheidet, wird Rodrigo De Paul zugunsten von Nicolás Otamendi ausgeschieden. Es ist jedoch höchstwahrscheinlich, dass Argentinien unverändert aufstellen wird.


Vorhergesagte Aufstellungen

England: Pickford – Konsa, Stones, Guéhi, O’Reilly – Rice, Anderson, Bellingham – Saka, Gordon, Kane

Argentinien: E. Martínez – Molina, Romero, L. Martínez, Tagliafico – Paredes, De Paul, Mac Allister, Fernández – Álvarez, Messi


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Schlüsselfiguren

  • England hat 6 der 14 vorherigen Begegnungen gewonnen und 6 Unentschieden gespielt.
  • Argentinien hat in allen fünf seiner bisherigen WM-Halbfinals das Finale erreicht.
  • Englands Trainer Thomas Tuchel könnte der vierte Trainer werden, der mit einem anderen Land ein WM-Finale erreicht.
  • Argentinien erzielt bei dieser Weltmeisterschaft 2,6 Tore pro Spiel, England 2,1.
  • Beide Teams kassieren 0,9 Gegentore pro Spiel.

Unsere Vorhersage

Es wird eine hitzige Angelegenheit – und es kann darum gehen, welches Team die Emotionen am besten kontrolliert. Wir glauben, dass England genau das schaffen kann – aber erwartet keine Torserie.

Prognose: England 1:0 Argentinien