Kroatien war nur wenige Zentimeter davon entfernt, WM-Geschichte zu schreiben – doch dann griff die Technologie ein. Was in den letzten Minuten gegen Portugal geschah, wird lange in Erinnerung bleiben, und der Grund dafür ist ebenso bizarr wie umstritten.

Luka Modrić und seine kroatischen Krieger verloren mit 1:2 gegen Cristiano Ronaldos Portugal in einem der dramatischsten Spiele dieser Weltmeisterschaft. Der Aufwand? Ein Platz im Achtelfinalen.

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Kroatien ging bereits in der 53. Minute durch Ivan Perišić in Führung und war über weite Strecken des Spiels das führende Team. Dann drehte sich alles um.

Zuerst wurde Ronaldo wegen eines knappen Abseits vom Platz gestellt, was wie ein portugiesisches Tor aussah – und wenige Minuten später erhielt Portugal nach einem Tackling an Renato Veiga einen Elfmeter. Ronaldo, 40 Jahre alt, nahm den Ball und schob ihn sicher ins Tor. Es war das erste Mal in seiner 20-jährigen Weltmeisterschaftskarriere , dass er in einem K.o.-Spiel traf. Der Elfmeter lautete 1:1, und Geschichte stand kurz davor, geschrieben zu werden.

Aber es war noch nicht vorbei.


Ramos wurde zum Helden – Gvardiol sollte der Retter sein

Ronaldo wurde später ausgewechselt, sehr zum Erstaunen der Zuschauer – und zum Buhen des Trainers Roberto Martinez. Da kam Gonçalo Ramos. Und in der 94. Minute erzielte er, was sich als Siegtor herausstellen sollte. 2:1 für Portugal.

Kroatien weigerte sich aufzugeben. In der 103. Minute glaubte Joško Gvardiol, sein Team gerettet zu haben. Ein eleganter Abschluss im Strafraum vorbei an Diogo Costa vorbei – und der Jubel brach aus.

Doch die Freude hielt nicht lange an.


Das Innere des Kugelsensors offenbarte das Unmögliche

Das Tor wurde wegen Abseits annulliert. Der Grund? Zwei kroatische Spieler im Vorspiel: Igor Matanović und Mario Pašalić.

Als die Flanke kam, sah es so aus, als hätte Matanović den Kopfball verpasst. Der Ball traf stattdessen Portugals Veiga, sprang zu Pašalić ab – der ihn quer über das Tor zu Gvardiol schoss, der ihn ins Tor schob.

Aber: Wenn Matanović den Ball tatsächlich mit einem unwillkürlichen Flick berührt hätte, stand Pašalić im Abseits, sobald er den Ball zu Boden brachte.

Und hier kommt der bizarre Teil.

Der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas wurde zum VAR-Screen gerufen, um die Lage zu beurteilen. Keine der beiden Perspektiven zeigte eindeutig, ob Matanović den Ball berührt hatte. Doch die Entscheidung war immer noch abseits – und die Erklärung ist ebenso überraschend wie technologisch:

Der Ball verfügt über einen eingebauten Sensor, der selbst die kleinsten Berührungen erkennt.

Der Prüfer bestätigte, dass Matanović den Ball nur knapp an sich schnappte – und somit war Pašalić im Abseits.


Fans toben, und stellen eine Frage

Im Internet überschwemmten sich die Reaktionen:

  • “Ich habe noch keinen einzigen Winkel gesehen, in dem klar ist, dass er den Ball berührt hat!” schrieb ein frustrierter Unterstützer.
  • “Wenn der Prüfer tatsächlich existiert – warum wurde der Richter überhaupt zum Bildschirm gerufen?” fragte ein anderer.

Die letzte Frage könnte eine Antwort haben: Eskas wurde auch gebeten zu beurteilen, ob Portugals Veiga absichtlich versuchte, den Ball zu spielen, als er von ihm abprallte. Hätte er das getan, wäre Abseits ohnehin nicht gewertet worden. Der Schiedsrichter kam zu dem Schluss, dass dem nicht so war – und das Tor wurde aberkannt.


Eine Entscheidung, die die Weltmeisterschaft noch lange prägen wird

Der Vorfall wird sicherlich noch lange ein heißes Diskussionsthema sein. Die Technologie hat ihren Teil dazu beigetragen – aber die Frage nach der Seele und dem Fluss des Fußballs bleibt bestehen. War das richtig? War das fair? Kroatien fühlt sich eines legendären Ausgleichs beraubt. Portugal kommt weiter – aber ein Sieg wird immer einen kleinen, unsichtbaren Funken Kontroverse mit sich haben.

FIFA wird voraussichtlich später eine ausführlichere Erklärung abgeben. Doch für Kroatien – und für Millionen von Fans – ist der Schaden bereits angerichtet.

https://youtu.be/faNV0sfc2KQ